Foto: Markus Kowalski
Auf Initiative des Regisseurs Kai Pieck hat sich in Berlin die "Queer Media Society" gegründet. Auf dem Kick-off zur Berlinale im Februar 2019 hielt QMS-Unterstützer Johannes Kram den ersten Impulsvortrag
„'Es geht nicht nur darum, ob wir vorkommen. Es muss darum gehen, wie', sagte Johannes Kram, Autor des Nollendorfblogs, in seinem Vortrag. Bislang werde bei Filmproduktionen und Medienberichten zu oft davon ausgegangen, dass sich Heterosexuelle nicht mit queeren Charakteren identifizieren könnten. Da queere Menschen in der Minderheit sind, würden sie im deutschen Fernsehen oft nicht als Identifikationsfiguren in Betracht kommen. Es sollte aber möglich sein, nicht nur Identifikationsfiguren abzubilden, sondern interessante Figuren, findet Kram. ‘Doch dafür müssten wir in Deutschland anfangen, mehr Gefühl dafür zu entwickeln, dass Diversität eine Bereicherung ist und nicht etwas, das man aushalten muss.’
Noch wichtiger sei zunächst, dass mehr queere Medienschaffende geoutet seien. Laut der Studie „Out im Office“ aus dem Jahr 2017 zufolge gehen nur ein Drittel aller LGTBI-Beschäftigten am Arbeitsplatz offen mit ihrer Identität um. Auch für Homosexuelle in den Medien sei das Coming-Out weiterhin ein großes Thema, sagte Kram. Insbesondere für Schauspieler*innen sei das Coming-Out eine Belastungsprobe für die Karriere. Trotzdem sei der Schritt wichtig.”
aus der taz vom 12.2.2019 (Ganzer Artikel)